Heilungshindernisse

Normalerweise hat jeder Organismus eine Eigenregulation und kehrt nach erfolgreicher Abwehr einer Noxe zurück in seinen gesunden Zustand.

Oftmals scheitert aber die bestgemeinteste Therapie an Heilungshindernissen, äußeren oder inneren Faktoren, die anscheinend erstmal gar nichts mit der Krankheit zu tun haben, aber doch den Abwehrmechanismus des Individuums soweit binden, dass er die Krankheit nicht endgültig überwinden kann.

Schon vor 200 Jahren unterschied Dr. Hahnemann „eigenthliche und uneigenthliche Krankheiten“ und meinte damit einerseits die tatsächlichen Krankheiten – die homöopathisch behandelbar waren – und Krankheiten, die durch äußere Umstände („mangelhafte Lebenshygiene“) hervorgerufen wurden und auch nur durch Veränderung derselben korrigiert werden konnten.

Im Folgenden eine Auflistung der wichtigsten Heilungshindernisse:

Mangelnde Bewegung und übermäßige Nahrungsaufnahme

So banal, wie die vorige Feststellung auch klingen mag, so grundlegend ist es aber, sich folgendes bewusst zu machen:

Noch vor fünf Generationen aß ein Großteil der Menschen weniger, aber ballaststoffreicher und hatte eine viel höhere körperliche Aktivität. Mit einer heutigen Tagesmahlzeit wären unsere Urgroßväter drei Tage lang schwer arbeitend ausgekommen, daraus ergibt sich, möglichst Ballaststoffreich und Kohlenhydratarm vor allem am Abend zu essen und sich gleichzeitig soviel als möglich zu bewegen, im Fitnessstudio, beim Laufen oder beim Schwimmen.

Genau das gleiche gilt für unsere Tiere, Pferde sind Herdentiere, die im Laufe eines Tages in freier Natur viele Kilometer zurücklegen, um hartes, rohfaserreiches Gras abzuweichen. Die Haltung in Einzelboxen und die Zufuhr von übermäßigem Kraftfutter sind der Grund für eine steigende Anzahl Koliken bis hin zu Stoffwechselstörung wie EMS.

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Fehlender Naturkontakt <-> Computer, Internet

Die allseits hochgelobten Computer und Internet führen einerseits zu einer emotionalen und sozialen Verarmung, sie führen andererseits auch zu einem Bewegungsmangel vor allem in freier Natur.

Dabei ist gerade für junge Lebewesen wichtig, sich mit ihrer Umwelt auszutauschen. Dazu zählt die Kommunikation mit der eigenen Spezies, aber auch der Kontakt zu möglichst vielen anderen Arten. Das Immunsystem lernt dabei möglichst viele Freunde kennen und sich adäquat mit Feinden auseinanderzusetzen.

Der Kontakt zur Natur, das Spielen im Gras, das Klettern auf Bäume und der Austausch mit den Tieren, all das schützt vor Allergien, viele Untersuchungen haben immer wieder das Gleiche ergeben: neben anderen Faktoren wie genetischer Belastung ist für die Ausprägung einer Allergie maßgeblich der Wohnort ausschlaggebend, Kinder in ländlichen Regionen mit mehr Naturkontakt haben weniger Allergien als Kinder in Städten. Kein Plastikspielzeug ersetzt dabei den Umgang mit richtigem Lebewesen wie Haustieren.

Auch hier ist in Untersuchungen immer wieder festgestellt worden, dass Kinder, die sich altersgerecht um ein Haustier kümmern sozial reifer sind und eine höhere Empathie haben, sie lernen Verantwortung und ihr Einfühlungsvermögen steigt - ganz im Gegensatz zu all jenen Kindern, die zum Unterhalten eine App brauchen.

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Schulmedizin

Vielen Lesern mag es als dogmatisch erscheinen, Schulmedizin als ein Heilungshindernis, als krankmachend hinzustellen. Sie hat ihre Berechtigung bei morphologischen Veränderungen wie zum Beispiel einer Darmverschlingung, sie hat ihre Berechtigung, wenn die körpereigene Regulation völlig versagt … aber ansonsten macht sie krank.

Kurz nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden gleichaltrige Kinder in West und Ost untersucht auf ihre Krankheitsneigungen. Beide Gruppen litten gleich häufig an akuten Atemwegsinfekten, aber die Wessis hatten auffällig mehr Allergien, von der Neurodermitis über dem Heuschnupfen bis hin zum Asthma.

Nachdem im Laufe der Wiedervereinigung die schlimmsten Drecksschleuderkombinate abgeschaltet worden waren, gleichzeitig frisches Obst ganzjährig erhältlich war, wurde die gleiche Untersuchung nochmals gestartet.

Jetzt hatten die gleichaltrigen Jugendlichen in West und Ost gleich viele akute Atemwegsinfekte wie auch Allergien, dabei sollte man ja eigentlich meinen, dass durch die Verbesserung der Lebensverhältnisse die Kinder der ehemaligen DDR eigentlich gesünder werden müssten.

Was war geschehen?

In der ehemaligen DDR herrschte überall Mangel, auch an schulmedizinischen Medikamenten. Und so blieben erkältete Kinder für eine Woche mit Wadenwickeln und sonst nix zuhause, die Gesellschaft erkannte auch die Leistung der pflegenden Mutter an. Nach Einführung westlicher Medizinstandards und ständig verfügbarer Medikamente änderte sich das Bild, durch die ständige schulmedizinische Unterdrückung von Allerweltsinfekten wurden auch die Kinder in den neuen Bundesländer schnell zu Allergikern.

SCHULMEDIZIN MACHT ABHÄNGIG & KRANK

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Störherde

Normalerweise kehren wir aufgrund unserer Eigenregulation nach einer durchgemachten Erkrankung in den gesunden Zustand zurück. Leider aber kann unsere Eigenregulation durch chronisch entzündete Körperareale abgelenkt werden, so dass nicht genügend Energie zur Verfügung steht, um eine bestehende Erkrankung zu 100 % auszuheilen.

Das Gemeine an diesen Störherden ist nun, dass sie einerseits jedes Körpergewebe betreffen können, andererseits aber unter unserer Wahrnehmungsschwelle liegen, unterschwellig sind.

So hat z.B. ein Patient eine Schläfenmigräne, in der Akupunktur entspricht dies dem Verlauf des Gallenblasenmeridians, der über die Schläfe, dann die Körperseite und dann seitlich am Bein entlang zum 4.Zeh verläuft. Trotz korrekter Akupunktur will der Kopfschmerz nicht endgültig ausheilen, weil… am Unterschenkel eine kleine Narbe quer über Gallenblasenmeridian läuft, der Chi Fluss hier stockt.

Anderes Beispiel: Obwohl der Kopfschmerz des genannten Patienten genau dem homöopathischen Arzneimittelbild von Silicea entspricht, kommt es nach Einnahme der Arznei nicht zur Besserung, weil… der Patient 2 Amalgamplomben im Mund hat und dieses Füllungsmaterial nicht verträgt.

WICHTIG ist dabei, dass weder Narbe noch Plomben irgendwelche erkennbaren Auffälligkeiten zeigen, sie sind „stumm“ aber trotzdem aktiv, aktiv die körpereigne Regulation zu schwächen.

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Falsch angewandte Naturheilverfahren

Nachdem ich so deutliche Worte verloren habe über die Schulmedizin mag die Überschrift der falsch angewandten Naturheilverfahren vielleicht den einen oder anderen verwundern, herrscht doch die irrige Meinung vor „Naturheilverfahren helfen nicht, schaden dafür aber wenigstens auch nicht“.

Diese Aussage ist völliger Blödsinn, alles was hilft, hat bei falscher Anwendung auch Schäden zur Folge.

Richtig verstandene Akupunktur und Homöopathie können nicht schaden, da sie den Patienten als Ganzes sehen und eine Vorstellung von einer Gesamtgesundheit haben, die Intellekt, Emotionen und Körper umfasst und jeweils von den wichtigsten Organen (Hirn und Herz) zu den weniger wichtigen Organen bis ganz nach außen (Haut) geht.

Bedenkliche Naturheilverfahren oder missverstandene Akupunktur und Homöopathie orientieren sich an Einzelbefunden, beseitigen diese zum Schaden der Gesamt Gesundheit des Patienten.

Seit der groß angelegten Studie der Charité über die Wirksamkeit von Akupunktur lassen sich Scharen von Schulmedizinern in wenigen Wochenendkursen zum Modeakupunkteur ausbilden, bei Knieerkrankungen zum Beispiel werden sämtliche Akupunkturpunkte rund ums Knie zehnmal nacheinander genadelt, danach gibt das Knie kurz Ruhe, nur leider wird das Asthma schlimmer.

Da homöopathische Medikamente von jedem in der Apotheke bezogen werden können, leidet Homöopathie noch viel mehr unter Gewinn maximierten Bücherschreibern. Da gibt es „bewährte Indikationen“, Aconit gegen das Fieber, Ledum vorsorglich gegen Zecken usw.. Hysterische Eltern und Tierbesitzer traktieren ihre Kinder und Tiere ständig mit falsch weil einseitig eingesetztem Homöopathika und machen diese krank.

Homöopathie ist eine Kunst, die jeweils passende Arznei zu den Symptomen des einzelnen Patienten zu finden.

Hier machen es sich viele Arzneimittelhersteller einfach und mixen z.B. alle homöopathischen Einzelmittel, die mit einem Trauma, mit einer Verletzung zu tun haben, zusammen zu einem Komplexmittel wie Trau….el. Diese Komplexopathie ist genauso sinnvoll, als würden Sie an der Tankstelle Ihren Diesel Pkw voll tanken mit Diesel, Kerosin, Pommes Frites Fett, Wodka und E10 Benzin, sind auch alles Treibstoffe, aber der Motor Ihres Autos wird sich bedanken.

Selbst wenn die eine für den Patienten passende homöopathische Einzelarznei in einem Komplexmittel mit drin ist, so sind 9, 10,11 andere falsche Arzneien dabei. Komplexmittel machen auf Dauer gesehen genauso krank wie die Schulmedizin. Schüssler Salze sind auch nur auf eine Stelle des Körpers bezogen, und wer dank des SchüsslerSalzes Silicea festere Nägel hat, danach aber zum Beispiel unter Osteoporose leidet braucht sich nicht zu wundern.

Bachblüten dagegen wirken einseitig nur auf emotionaler Ebene, wer also hier und ausschließlich hier ein Problem hat, dem helfen sie gut, wenn aber ein Hund ein arthrotisches Hüftgelenk und eine leichte Gewitterangst hat, die Gewitterangst nach dem Einsatz der passenden Bachblüte vergeht, was ist dann wohl mit der Hüfte? Richtig, sie wird schlimmer!

So können Naturheilverfahren schon schädlich wirken, wenn sie einseitig eingesetzt werden und das falsche Verständnis von Akupunktur und Homöopathie kann durchaus zu Bruchlandungen führen.

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Chemische Belastungen

Schon früher waren die Menschen durchaus chemischen Belastungen ausgesetzt, viele Glasarbeiter starben durch Bleivergiftungen aus den verwendeten Rahmen.

Heute gelten für alle Schadstoffe Obergrenzen, getreu nach dem Motto von Paracelsus: „Allein die Dosis macht's, ob ein Ding Gift sei oder net“. Schön wäre es, würde es so einfach sein, denn warum gibt es wohl Menschen, die problemlos 7-8 Amalgamfüllungen vertragen und andere, die nach Entfernung einer einzigen Amalgamfüllungen befreit wurden zum Beispiel von jahrzehntelangem Kopfschmerz?

Weil es unterhalb einer gewissen Toxizitätsgrenze eine individuelle Anfälligkeit gegenüber gewissen Chemikalien gibt genauso wie schon bei den Bakterien erörtert. Bei den chemischen Belastungen kommt aber dazu, dass wir heute mit einer Vielzahl von chemischen Verbindungen konfrontiert sind, jede einzelne zwar unterhalb einer gewissen Toxizitätsgrenze, aber was die gemeinsame Wirkung von Schwermetallen, den immer beliebteren Nano-Partikeln, unzähligen Kunststtoffe und schließlich Hormonrückständen im Wasser, was deren gemeinsame Auswirkung in der Summe auf unsere Gesundheit betrifft, kann kein Chemiker sagen; unbestritten dürfte aber sein, dass dieser Chemiecocktail Heilung von Krankheiten nicht gerade fördert.

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Physikalische Einflüsse

Auch physikalischen Einflüssen unterliegen wir seit Anbeginn der Zeit. Es ist bekannt, dass z.B. Katzen ihre Schlafplätze am liebsten über Wasseradern suchen, während Hunde diese Stellen meiden.

Zu diesen natürlichen Strahlungsquellen kommen in unserem Informationszeitalter aber immer mehr künstliche Strahlen dazu, die allesamt in bestimmten Frequenzen aktiv sind. Nur laufen aber viele unser körpereignen Vorgänge ebenfalls in Frequenzen ab, am bekanntesten die Hirnströme, messbar im EEG.

Zwischen diesen externen und körpereignen Frequenzen kommt es nun zu Überlagerungen, positiv ist dies umzusetzen in der Reizstromtherapie und bei der LowLevelLaserTherapy ( Laserlicht geringer Intensität mit spezifischen Frequenzen ), negativ geht es aber auch. Wer sich abends vom Fernseher berauschen lässt und dabei noch einschläft, bekommt „die volle Dröhnung“ ins Unterbewußtsein ab und wenn er dann völlig geschafft zu bette wankt, sind Handy und Funkwecker am Bett auch nicht die besten Garanten für einen gesunden Schlaf bis hin zu weitreichenderen gesundheitlichen Folgen.

Allen bisher beschriebenen Vorgängen ist gemeinsam, dass sie die individuelle Schwäche eines Individuums gegenüber einem bestimmten Reiz betonen – ganz im Gegensatz zur Schulmedizin mit ihren Normwerten und Standardisierungen. Für manch einen ist eine Amalgamplombe störend, für 100 andere nicht.

Bei 1 Patienten stört eine Narbe, 100andere haben Piercings ohne Probleme. Der „Dosis“ gegenüber steht die individuelle Anfälligkeit, die mitentscheidet, ob „ein Ding Gift sei oder net“ (Paracelsus).

Die beiden jetzt folgenden Aspekte befassen sich v.a. mit der Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Tieren.

Oft wird gefragt, ob denn Naturheilverfahren hier auch helfen können und als ganzheitliche Verfahren können Akupunktur und Homöopathie dies auch. Der Akupunkturpunkt HERZ7 z.B. beruhigt das SHEN, den Geist und in den Arzneimittelbildern unserer homöopathischen Arzneien finden wir viele Hinweise auf psychische Störungen, z.B. Furcht in der Dunkelheit, vergesslich, Zahlen für usw.. Eines haben Kinder und Tiere gemeinsam, beide reagieren sehr emotional und weniger intellektuell und beide sind von den Eltern / Tierbesitzern beeinflußt. Und wenn von diesen die Störung ausgeht, dann sind sie das Heilungshindernis auf dem Weg zum gesunden Kind / Tier.

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Bewußtes Fehllehren

Wir lehren unsere Kinder und Tiere und diese lernen von uns. Über diese Wechselbeziehung gibt es ganze Bibliotheken und mittlerweile auch Fernsehsendungen eher minderen Anspruchs. So viele Theorien wie es auch gibt, ein gemeinsamer Nenner sollte am Anfang stehen: Kinder und Tiere zeigen von sich aus ein bestimmtes Verhalten und beobachteten dann, wie ihre Umwelt, also wir darauf reagieren.

Eine positive Reaktion unsererseits bestärkt sie in ihrem Verhalten, eine negative wirkt diesem entgegen. Niemand käme auf den Gedanken, sein Kind für eine per Fußball eingeschossene Glasscheibe zu loben. Was aber häufig fehlt, ist die nötige Konsequenz: Ein so genanntes mäkeliges Kind mag beim Mittagessen sein Gemüse nicht essen und stänkert so lange rum, bis es aufstehen darf. Nach einer halben Stunde ist es aber mit Hunger wieder da und bekommt… Eis oder Schokolade usw..

Was wurde belohnt? Das Rumquengeln und Nichtessenwollen.

Schwieriger wird es schon in folgender Situation: Beim Spazierengehen mit Ihrem frei laufendem Hund saust jener trotz heftiger Rufe Ihrerseits einem Hasen hinterher. Nach 5 min kommt er dann zurück zu Ihnen und wenn Sie ihn jetzt zusammenstauchen, ist das zwar menschlich verständlich, aber eben gerade nicht für Ihren Hund, denn dieser empfindet es so, dass er für sein Zurückkommen bestraft wird, nicht für das Weglaufen vor 5 min..

Kinder und Tiere sind nämlich die idealen Zenbuddhisten, sie leben völlig im Hier und Jetzt und messen unsere Reaktion an dem Verhalten, das sie gerade jetzt zeigen.

Ein typisches Beispiel aus der Tierarztpraxis: Frauchen kommt mit ihrem Hund an der langen Leine zum ersten Mal in die Praxis, durchschreitet die Tür und der Hund zerrt an der Leine in die entgegengesetzte Richtung. Frauchen beugt sich runter und lockt das arme Hundchen, prompt setzt sich der Hund vor der Tür hin. Jetzt zieht das Frauchen und sofort zieht der Hund in die entgegengesetzte Richtung. Irgendwann kniet Frauchen am Boden, säuselt mit lieblicher Stimme und hält Leckerlis in der einen Hand, in der anderen Hand die straff gespannte Leine mit dem Hund am anderen Ende, der in die entgegengesetzte Richtung zieht.

Warum der Hund so reagiert? Weil er belohnt wird mit Körperhaltung, Stimme und Leckerlis für seinen Rückwärtsgang; viel sinnvoller wäre es, mit straff gespannte Leine konsequent ins Behandlungszimmer zu laufen und den Hund dann dort zu belohnen, nämlich für sein Mitkommen.

Der absolute Klassiker, von vielen Hundetrainern schon parodiert, aber mit schönster Regelmäßigkeit immer wieder zu finden, das ist der kleine Hund der Rasse Fußhupe, gemeinsam mit seinem Frauchen auf dem Sofa sitzend und jeden, der sich denselben nähert, erst anknurrend und dann anbellend. Dazu Frauchen, die mit säuselnder Stimme gurrt: „Ach sei doch lieb, darfst dich nicht so aufregen, dein Herzchen bubbert schon so, sei ein lieb Mädchen“ und damit den Hund vollauf in seinem Verhalten bestärkt.

Hier hilft als erstes nur die Erkenntnis, dass wir uns selber das Monster im Kinderzimmer und am Ende der Leine heranziehen / lehren und dann braucht es einen konsequenten Trainer, das erlernte Verhalten wieder zu korrigieren.

Leider will sich diese Erkenntnis bei vielen Eltern und Tierhaltern partout nicht einstellen und auf der anderen Seite gibt es genügend Trainer/Therapeuten, die diese Einstellung unterstützen. Auf manch einem Hundeplatz wird damit geworben, dass es Strafe hier nicht gibt, merkwürdigerweise tummeln sich hier die meisten schlecht erzogenen Hunde, die nun auch komischerweise allesamt eine schlecht funktionierende Schilddrüse ( hypothyreot sind ) haben.

Und was würde wohl die Hunde Mutter sagen, die einen allzu vorwitzigen Welpen im Genick packt und einige Sekunden lang kräftig durchschüttelt, wenn diese Hündin bloß wüsste, dass sie gegen sämtliche Verhaltensregeln aller Gutmenschen verstößt. Hier hilft keine Homöopathie oder Akupunktur, wenn Verhalten konsequent fehlgelehrt wird.

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Unbewußtes Fehllehren

An dieser Stelle empfehle ich das Buch von Rupert Sheldrake: „Der 7.Sinn der Tiere“.

Der Autor beschreibt hier, dass Tiere in der Lage sind (Kinder meiner Ansicht nach nicht weniger), Informationen auf heute noch unerklärliche Art wahrzunehmen. Er beschreibt das Beispiel eines Hundes, der eine Viertelstunde vor der Heimkehr seines Herrchens von seinem Liegeplatz aufsteht und unruhig zwischen Eingangstür und Fenster hin und her pendelt. Nix besonderes an sich, nur hat seinen Herrchens zu völlig unterschiedlichen Zeiten arbeitsschluss und kommt dementsprechend unregelmäßig nachhause und kündigt sich auch nicht per Telefon an. Also sendet Herrchen die Information aus „ich komme jetzt nachhause“, diese Information wird wie auch immer übertragen und von dem Hund mit einem nicht verifizierbaren Sinnesorgan wahrgenommen, was dann einer entsprechenden Reaktion führt.

Kinder und Tiere und manche Erwachsene wie die Buschleute aus der Kalahari besitzen diese Fähigkeit zur Wahrnehmung, aber wie wird das Wahrgenommene denn verarbeitet?

Kinder und Tiere reagieren vor allem emotional und instinktiv, eine intellektuelle und moralische Umsetzung fehlt ihnen (noch). Diese Reaktion aus dem Bauch heraus wird in vielen esoterischen Kreisen als die einzig Wahre dargestellt und immer als Gegensatz zu unserem Großhirnlastigen Denken gepriesen.

Was passiert aber zum Beispiel, wenn eine Pferdeherde von einer hysterischen Stute geführt wird, diese bei einem Gewitter in Panik gerät und auf einen Abhang zuprescht? Richtig, die ganze Herde stürzt den Abhang hinunter, weil alle nachgeordneten Pferde der Leitstute folgen, rein instinktiv.

Instinktives Verhalten hat sich im Laufe von Jahrmillionen entwickelt um schnell ohne zu überlegen auf eine bedrohliche Situation reagieren zu können. Auch wir Erwachsene verfallen oft in unbewusste Verhaltensmuster, weil wir selbige einst als positiv erlebten, aber jetzt überhaupt nicht mehr realisieren, dass sie der jetzigen Situation kein bisschen angemessen sind.

Aber Kinder und Tiere übernehmen unser Verhalten, sie nehmen es war und machen es ungeprüft zu ihrem eigenen. Und so lehren wir diese Wesen Dinge, ohne bewusst ein Wort zu sagen, ohne die Hand zu heben. Und wenn die Information, die von einem hysterischen Tierbesitzer ausgeht lautet: „Dudarfstnichtkrankwerden,meinarmesbobbelchen, nichterkältenjetzt“ , dann empfängt das Tier „krank“ und wird auch krank.

Wie unglaublich diese Macht der unbewussten Ausstrahlung ist, das durfte ich als Assistenztierarzt an folgendem Beispiel erleben:

In die Praxis kam ein hysterisches Frauchen mit ihrer hysterischen Schäferhündin. Diese konnte angeblich nicht allein bleiben und nagte sich angeblich ebenfalls ständig an den Pfoten. Die Hündin hatte schon sämtliche homöopathischen Arzneien durch und auch die anderen Tierarztpraxen in der näheren Umgebung. Als ich das erste Mal mir die Pfoten der Hündin näher betrachtete, da wies die Tierarzthelferin mit einem unauffälligen Blick auf die Hände der Besitzerin, Niednägel und bis aufs Fleisch heruntergenagte Fingernägel, im Gegensatz dazu die relativ normalen Pfoten bei ihrer Hündin. Als ich versuchte, dies anzusprechen - Diplomatie ist nicht meine Stärke - wurde sofort abgeblockt und bei meinem Ex Chef sich beschwert.

Danach verließ die Dame die Praxis und ich bekam meinen ersten Anpfiff, weitere sollten folgen. Die Besitzerin ging mit ihrer Hündin in die nächste Tierklinik und dort bekam sie Dauercortison, erwartungsgemäß stand sie nach einiger Zeit der Praxis, natürlich musste der Hund jetzt brechen, eine übliche Nebenwirkung vom Cortison. Meine Aussage, das Cortison doch wegzulassen und mal zu schauen warum die Hündin sich so verhielt, kam natürlich nicht gut an, die Dame verließ wieder die Praxis.

Es dauerte nicht lange, bis sie mit ihrer Hündin wieder da war, diesmal aber als absoluter Notfall. Als sie die Hündin doch einmal alleine lassen musste, begann diese, die Wohnung zu verwüsten und endete dabei vor dem wohl gefüllten Medikamentenschrank. Dort bediente sich das Tier an Frauchens Beruhigungsmitteln, an denen sie dann auch elendiglich verstarb.

Deutlicher kann ein solches Lebewesen nicht ausdrücken, wie sehr es unter der krankhaften emotionalen Ausstrahlung seiner Herdenchefin leidet bis in den Selbstmord. Sicherlich ist dies ein extremes Beispiel, es zeigt aber deutlich, wie sehr unsere eigene Ausstrahlung an der Krankheit der uns nachgeordneten Lebewesen beteiligt ist; diesen ist dann auch nicht mit Akupunktur oder Homöopathie zu helfen.

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